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In Deutschland umstritten, im Ausland gelobt: An Berliner Corona-Kampagne scheiden sich die Geister

3 Minuten lesezeit

Leider sind die Infektionszahlen hierzulande wieder auf dem Niveau der ersten Corona-Welle. Um die Ausbreitung im Zaum zu halten, hat die Politik zahlreiche Regeln und Maßnahmen beschlossen und teilweise verschärft, doch letztlich liegt es an den Bürgern, Eigenverantwortung zu zeigen und sich daran zu halten, indem man in der Öffentlichkeit Maske trägt und versucht, Kontakte zu minimieren.

Berlin hatte seine ganz eigene Idee, um die Bevölkerung zur Einhaltung der Regeln zu motivieren. Die Methode wurde dabei wohl ganz dem Ruf der Hauptstadt gerecht: Berliner Schnauze und eine etwas ruppige Art. Die entsprechende Kampagne stieß daher auf ein geteiltes Echo, konnte aber sogar im Ausland auf sich aufmerksam machen.

 

Eine erste Kampagne erinnerte noch mit mehr oder weniger witzigen Slogans daran, die AHA-Regeln zu beachten.

 

Doch Anfang dieser Woche schaltete die Berliner Stadtverwaltung eine neue Anzeige im Tagesspiegel, auf Twitter geteilt vom Chefredakteur.

 

Bewusst provokant, Berliner Humor? Sicherlich, aber Kritiker warfen der Stadtverwaltung einen unnötig aggressiven Ton sowie Arroganz vor, insbesondere gegenüber Personen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können.

 

Es gab aber genug Leute, die die Kampagne gut fanden.

 

Unterdessen berichtete sogar die britische Tageszeitung The Guardian darüber.

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Berlin is putting the middle finger up to people who won’t wear a mask. An ad placed in local papers by the German capital’s senate shows an elderly woman presenting her outstretched middle finger to the camera, next to the words: “A finger-wag for all those without a mask: we stick to corona rules.” In a city that prides itself on its Berliner Schnauze – the coarse-but-hearty “Berlin gob” – public service messaging could not afford to moralise from on high, said a spokesperson for Visit Berlin, the tourism agency that developed the campaign. “We wanted to use a language that suits the Berlin character and that underscores the dramatic pandemic situation – and that we managed,” they told us. But the general secretary of the centre-right Free Democrats party said the campaign was “arrogant and offensive”. While one independent delegate said he had filed charges over “incitement of the people”. What do you make of it?

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Die englischen Kommentatoren konnten dem durchaus etwas abgewinnen.

 

Doch wie der Tagesspiegel berichtet, wird die Kampagne mit dem „erhobenen Zeigefinger“ bereits nach wenigen Tagen wieder eingestellt. Sie habe zwar wie gewünscht viel Aufmerksamkeit und auch hartnäckige Zielgruppen erreicht, jedoch bedaure man, dass sich Menschen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen dürften, angegriffen fühlten, so der Sprecher der Tourismus-Marketingorganisation Visit Berlin, die die Berliner Corona-Kampagne ins Leben rief. Diese wird nun ohne Mittelfinger fortgeführt.


Vielen Dank an alle für die Posts.

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Berlin Corona Kampagne

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